PePe´s Welt

herzlich willkommen in der chaotischen, faszinierenden, verrückten, witzigen, melancholischen, verträumten, erstaunlichen ... kurz gesagt: willkommen in meiner Welt.

Sonntag, Juli 30, 2006

Fang!

di::bo war so freundlich und hat mir ein Stöckchen zugeworfen.

Warum bloggst Du?
Als Experiment gestartet, habe ich mittlerweile echte Freude daran gefunden.
Es ist sowohl Ventil, als auch Zeitvertreib.

Seit wann bloggst Du?
Seit 17. Februar 2006 - also noch nicht so lange.

Selbstportrait?
Als typischer Zwilling bin ich mal so und mal so. Aber immer ich.

Warum lesen deine Leser Deinen Blog?
Keine Ahnung - vielleicht sollte ich mal eine Umfrage starten?!

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?
Google (dicke alte dame) - eine schöne Geschichte aus meiner Kindheit.

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Jeder Blogeintrag bekommt genau die Aufmerksamkeit, welche er verdient.
Sollte es einmal zu wenig sein, liegt das eher am Autor als an der Leserschaft.

Dein aktueller Lieblings-Blog?
Als Vater von zwei Kindern weiß ich, dass keiner bevorzugt behandelt werden sollte.
Ich liebe sie schlichtweg alle. Die Blogs auf meiner Blogroll etwas mehr als die anderen :)

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter und warum?
Madame Einzelfall - weil mich das Selbstportrait interessiert.
Herrn Pulsiv - damit er etwas zu tun hat.
Madame Psychokind - weil ich ihre erfrischende Art sehr mag.
Frau Dr. Merkel - nur um zu sehen, ob sie es tatsächlich annimmt.

(selbstverständlich darf sich das Stöckchen auch jede/r andere nehmen)

Deine Lieblingsband?
Habe ich nicht - ich stehe prinzipiell auf gute Musik.
Dabei ist viel von meiner aktuellen Stimmung bzw. der angestrebten Stimmung abhängig.

Deine Lieblingsfarbe?
Weiss - weil es die Summe aller Farben ist.

Freitag, Juli 28, 2006

Irgendwie ...

... könnten die beiden Brüder sein - oder?
Quelle: www.bild.t-online.de

Finde ich jedenfalls.

Donnerstag, Juli 27, 2006

Keiner kennt Karlchen

Wahrzeichen unseres schönen Stadtteils ist der Storch.
"Karlchen", wie er liebevoll genannt wird, lebt mit seiner Partnerin auf einem alten Schornstein.

Quelle: Verkehrsverein-Schierstein


Sogar im Winter bleibt er Schierstein treu und fliegt nicht in wärmere Regionen unserer Erde.

Leider scheint Karlchen mit der modernen Technik auf Kriegsfuß zu stehen.
Andere Artgenossen sind zahlreich im Web anzutreffen - live und in Farbe.
Er leider nicht.

Ein Wahrzeichen der Stadt - und so unterrepräsentiert. Schade.

Montag, Juli 24, 2006

Tierische Tage

Gilt der Spruch "Bei dem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür" auch für die soeben gestarteten Hundstage?

Bei der momentanen Hitze könnte ich mit einem Kamel ein Wettsaufen veranstalten und würde wahrscheinlich sogar gewinnen.

Habt ihr übrigens gewußt, dass ein Elefantenrüssel ungefähr 9 Liter Flüssigkeit aufnehmen kann und der Elefant damit wahlweise duschen oder trinken kann?

Praktisch eigentlich.

Mittwoch, Juli 19, 2006

Einnahmequelle?!

Meerschweinchen folgen ihrem Trieb. Die Tierärztin ist sogar der Meinung, dass sie darüber hinaus mit wenig Verstand ausgestattet sind. Sie behauptet sogar, die würden sich nicht mehr kennen, würde man sie für ein paar Tage trennen.

Weil die beiden, obwohl beide männlich, sich häufig gegenseitig besteigen (? - oder auch nur spielen, wer weiss das schon.), hatten meine weiblichen Familienmitglieder die Idee, einen der beiden zum Zuchtbock zu erklären. Selbstverständlich Pauli; immerhin ist der ein Rassetier, welches derzeit als solches offiziell eingeführt werden soll. Ein "Crested" Wildmeerschweinchen. Sowas ist wohl eher selten.

Wie auch immer - der Pauli soll als Prostituierter für zusätzliche Einkünfte sorgen; so die Idee. Jedenfalls in meinem Verständnis.

Ob da wirklich viel dabei rum kommt, habe ich mich gefragt.
Ich sehe mich schon durch die Gegend fahren, damit der Pauli sein Schäferstündchen mit gutaussehenden Meerschwein-Damen abhalten kann. Und das bei den Spritpreisen?

Keine gute Idee finde ich und habe mich deshalb lautstark aus moralischen Gründen dagegen ausgesprochen. Basta!

Dienstag, Juli 18, 2006

Spatz machts!

Nachdem der Titel Spatz von Wiesbaden einem anderen Namen weichen musste, erzähle ich eben die Geschichte vom Ulmer Spatz.
Zwar bin ich in dieser Ecke unserer Republik geboren, jedoch ein paar Kilometer weg von der Stadt Ulm. Im gelobten Land des Freistaates Bayern - sozusagen im sicheren Schoß des König Ludwig, ca. 20 km weiter südlich.

Leider bescheinigt die Geschichte den Ulmern nichts Gutes in Sachen Intelligenz.
Mir kann´s wurscht sein - bin ja kein Ulmer :)

Die Geschichte selbst geht so:
Dieser Geschichte zufolge wollten die Ulmer zum Bau ihres Münsters Holz in die Stadt fahren. Das hatten sie quer auf das Fuhrwerk geladen, weshalb das schmale Stadttor zum Problem geriet.
Die Ulmer waren bereits zum Schluss gekommen, dass das Tor abzureißen sei, um der Fuhre die Durchfahrt zu ermöglichen.
Da sahen sie einen Spatzen herbeiflattern, der einen langen Strohhalm im Schnabel trug. Als er diesen der Länge nach in eine Nische des Torturmes schob, in der er sein Nest baute, überkam sie die Erleuchtung, und sie legten ihre Balken der Länge nach auf den Wagen.
Zum Dank, so heißt es, hätten sie dem Spatzen ein Denkmal aufs Münsterdach gesetzt.
Quelle: www.ulm.de

Gottseidank ist das aber nicht alles, was Ulm zu bieten hat.
Neben dem Schneider von Ulm, welcher bekanntlich das Fliegen versucht hat,
dem traditionellen Fischerstechen oder auch der Schwörwoche die mit dem "Nabada" endet, bietet Ulm den mit 161,5 Metern größten Kirchturm der Welt.
Dessen 768 Stufen habe ich auch schon mehrfach erklommen. Von oben hat man eine tolle Aussicht - bei klarem Wetter sind die Alpen in scheinbar greifbarer Nähe.

Übrigens: Wer nicht hinfahren kann, kann wenigstens die berühmte Astronomische Rathausuhr bestaunen. Die gibt es nähmlich dank eines Informatik-Studenten auch im Web zum "dran-rumspielen".

Gar nicht mal so wenig zu erzählen - wo ich doch gar kein Ulmer bin ;)

Montag, Juli 17, 2006

Semper fidelis

Endlich wurden meine Gebete erhört Talente erkannt. Als Spatz von Wiesbaden wurde mir die Ehre zuteil, in den Club der halbtoten Dichter aufgenommen zu werden, was sich auf der Blogroll nachweislich aufgeführt, nachlesen lässt.

Über die weiteren unanständigen Angebote, welche mit dieser exclusiven Club-Mitgliedschaft verbunden sind, werde ich mich selbstverständlich bedeckt halten.

Ehrensache - in diesen unseren Kreisen.

Sonntag, Juli 16, 2006

Navigation versagt?


Navigationsprobleme oder einfach nur Orientierungslosigkeit?
Einen dieser Ausfälle muss der kleine Spatz gehabt haben, der heute Vormittag durch ein gekipptes Fenster in unseren Wohnraum hereingeflogen ist. Möglicherweise war es auch Abenteuerlust, Neugier oder einfach nur Blödheit.
Zuerst hat er es sich auf dem Couchtisch, danach darunter und schließlich hinter der Couch bequem gemacht.

Schritt 1: Ruhe bewahren - Kameraden warnen!

Meine Tochter schreit die Familie zusammen. Alle stürmen herbei und beobachten den kleinen Gesellen. Nach einer kurzen Erklärung sieht mein Sohn dann doch ein, dass wir keine Wildtiere behalten werden.

Schritt 2: Geeignete Maßnahmen einleiten!

Weil das große Fenster nur gekippt und ein Vorhang davor gehängt war, sorgte ich zunächst für einen besseren Fluchtweg. Fenster geöffnet und Vorhang zur Seite gezogen. Vorher mußten noch ein paar Pflanzen mit ihren Töpfen umgesiedelt werden.

Der Vogel hatte wohl doch schnell kapiert, wo er den Raum wieder verlassen könnte, jedoch war sein Frühstart kontraproduktiv. Er knallte gegen das noch nicht geöffnete Fenster und war daraufhin sehr hektisch; weil 1) orientierungslos und 2) vielleicht sogar sauer.

Dies hat ihn dann so sehr angestrengt, dass er auf dem Teppich sitzend etwas orientierungslos ausruhen mußte. Vorsichtig habe ich ihm den ungedrehten Besen mit dem Stiel unter die Beine geschoben. Erst eines - dann langsam das zweite setzte er darauf. Jetzt saß er auf dem Besenstiel - bereit zum Abtransport. Mit der Umsicht eines Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst transportierte ich den Winzling in Richtung Fenster. Kaum angekommen und den Beser herausgehalten stürtzte der Spatz in seine neue Freiheit und flog in unseren Rosenstrauch.

Schritt 3: Bericht verfassen: Mission gelungen
- erledigt -

Freitag, Juli 14, 2006

Öffentlicher Nahverkehr

Flotten Schrittes bewegt er sich langsam auf die Bushaltestelle zu. Dort stehen sitzend bereits ein paar Menschen herum, schweigend in Gespräche vertieft und warten auf die Abfahrt des ankommenden Busses. Nach einer kurzen Ewigkeit öffnen sich leise die Türen mit einem lauten Zischen.

Freundlich lächelnde, genervte Aussteigende boxen sanft die zum einsteigen Bereiten frontal zur Seite. Im Bus wird friedlich um die letzten Plätze gekämpft, während der Fahrer stumm zur Eile aufruft. Die Rote Ampel zeigt grün und gibt den versperrten Weg auf die Hauptstrasse frei.

Behutsam tritt der Fahrer voll aufs Gaspedal und die Fahrgäste wirbeln in sicherem Stand kreuz und quer geordnet durcheinander. Gerade noch frühzeitig bemerkt er, wie er von einem Ellenbogen getreten wird und anschließend mit den Knien auf den Kopf fällt. Am Boden liegend steht er da und zittert ruhig vor sich hin. Mit geschlossenen Augen blickt er in die Menge.

Gleichgültig fragt ein Interessierter, was denn geschehen sei.
Ein Anderer, der keine Ahnung hat weiß es ganz genau: "Wahrscheinlich ist ihm bei der Hitze das Hirn eingefroren."


Anmerkung:
In meinem Kopf scheint Wirrness zu herrschen.
Bei mittlerweile 100 Beiträgen auch kein Wunder :)

Mittwoch, Juli 12, 2006

Schenkelklopfer (2)

Ein Gast betritt ein Lokal und setzt sich an den Tresen. Er bestellt ein Bier, leert es in einem Zug und fragt, was er zu zahlen hätte. Der Wirt antwortet freundlich: "Macht 2,60 Euro der Herr."
Daraufhin öffnet der Gast seinen Geldbeutel, nimmt sechsundzwanzig 10-Cent-Stücke heraus, wirft es dem Wirt hinter den Tresen und geht.
Kopfschüttelnd sammelt der Wirt das Geld auf.

Am nächsten Tag kommt der Gast wieder in das Lokal und bestellt ein Bier. Nachdem der Wirt ihm das Bier gebracht hat, leert der Gast das Glas wieder in einem Zug und fragt, was er zu zahlen hat. Der Wirt antwortet: "Macht 2,60 Euro. Genau wie gestern."
Daraufhin öffnet der Gast wieder seinen Geldbeutel, nimmt sechsundzwanzig 10-Cent-Stücke heraus, schleudert diese hinter den Tresen und geht.
Verärgert sammelt der Wirt das Geld auf.

So geht das die ganze Woche.

Am Wochenende kommt der Gast erneut ins Lokal und bestellt ein Bier. Der Wirt bringt das Bier - der Gast leert es in einem Zug und legt einen 5-Euro-Schein auf den Tresen.
"Jetzt hab ich dich", denkt der Wirt, zählt vierundzwanzig 10-Cent-Stücke ab und wirft sie dem Gast vor die Füße.

Darauf wirft der Gast noch zwei 10-Cent-Münzen dazu und sagt: "Noch ein Bier".

Dienstag, Juli 11, 2006

Kommunikation

Kommunikation ist das, was beim Gegenüber ankommt. Das muss nicht zwangsläufig das sein, was der Sender einer Nachricht ausdrücken wollte.
Über die Probleme der Kommunikation zwischen den Geschlechtern wurden schon Holzbestände von den Ausmaßen des Regenwaldes zu Büchern verarbeitet und beschrieben.

Nicht selten wird übertrieben viel geredet ohne auch nur den Hauch einer Aussage zu beinhalten. In der Politik zum Beispiel oder bei Meetings auf Entscheiderebene. Häufig werden dann Schlagworte (neudeutsch "Buzzwords") verwendet, deren Bedeutung nicht allen Anwesenden auf Anhieb klar ist. Das wiederum gibt dann ein paar Kreuzchen für´s Bullshit-Bingo und führt zu den endlosen "so-hab-ich-das-aber-nicht-gemeint"-Auseinandersetzungen.

Gegenteilig zum beschriebenen Redeschwall ist die Zeichensprache. Da wird nicht gesprochen und doch werden Nachrichten ausgetauscht, beispielsweise Taucher oder Gehörlose verständigen sich auf diese Art und Weise.
Erstaunlich daran ist, dass es bei dieser Form der Kommunikation weitaus weniger Missverständnisse gibt.

Wenn man sich sehr gut kennt, reicht schon ein Blick.
So wie der unserer Meerschweinchen, welche mir auf diese Weise gerade sagten:
Käfig sauber - danke.

Samstag, Juli 08, 2006

Abschlepporgie

Wer als Anwohner das Schiersteiner Hafenfest beobachten kann, der wird Zeuge täglichen Abschleppens. Aus unserem Badezimmerfenster direkter Nähe sehe ich die letzten Parkplätze vor dem - und den Eingangs zum - Fest. Gestylte Pubertierende, aufgedonnerte 40-jährige, Familien mit Buggys und die coolen "Junggebliebenen"; alle schleppen irgendwie ab.

Die Jungs mit weißen Hosen und aufgeknöpftem, schwarz-seidenen Hemd schleppen die "Nein-ich-bin-schon-18" (fünfzehnjährigen) Mädels ab. Oder auch manchmal andersherum - so genau weiß man das nie. Und eigentlich interessiert es auch nicht weiter. Zugegebenermaßen noch die angenehmste Form des Abschleppens.

Die anderen schleppen sich einen ab. Wickeltasche, Kinderspielzeug, Buggy und der gewonnene Riesenbär sind in der Summe sehr unhandlich. Weil er ein guter Papa ist, hält das schon aus. Schließlich trägt seine bessere Hälfte schwer an der Zuckerwatte. Meist schleppen sie ein Kleinkind mit sich herum, welches noch nicht nach Hause will und dies lautstark der Umgebung mitteilt. Das Baby im Buggy schreit kräftig mit.
Insgesamt eine sehr nervige Form des Abschleppens - wiegt man auch das psychiche Gewicht einer solchen Situation.

Meistens werden auch massenweise Preise abgeschleppt. Ein großer Teil davon ist nutzloser Ramsch, der als Staubfänger in oder auf einer Kommode enden wird. Wie etwa mundgeklöppelte Sitzkissen oder Plüschmonster von der Größe einer Doppelgarage und dazu Pflanzen vom "Jedes-Los-gewinnt"-LKW mit der bunten Leuchtreklame. Hauptsache das Gefühl erleben, einen echten Gewinn verbuchen zu können. Oder auch die Gewissheit, als Schnäppchenjäger nach erfolgreicher Jagd das Fest zu verlassen.
Eine etwas verblendete Form des Abschleppens.

Wenn die Nacht hereinbricht, beginnt eine andere Zeit des Abschleppens. Ist schon ein bisschen naiv zu glauben, direkt am Eingang zum Fest sei noch ein Parkplatz frei. Nicht für die Daimler, nicht für die Golf (egal wie tief und laut) und auch nicht für Vans und Jeeps dieser Welt. Wer das dennoch versucht und sein Gefährt etwas zu dumm parkt, der wird von der Polizei abgeschleppt. Schließlich wollen Abschleppdienste und Taxifahrer auch ein paar Euros abschleppen.
Lukrativ für die Einen - lehrreich für die Anderen dieses Abschleppen.

Morgen werde ich abgeschleppt. Von den Kindern als wandelnder Geldbeutel.
Dann besuchen wir auch das Hafenfest.

Gewinnertypen

Man erkennt sie auch über eine große Entfernung hinweg. Nicht alleine wegen der Statussymbole. Nein.

Es ist vor allem das strahlende Lächeln, die Aura des Glücks und der Glanz der Augen, die jedem sagen: Hier ist ein Gewinnertyp.

Wahrscheinlich deshalb hat die nette Dame im Zeitschriftenladen sofort ein Lächeln aufgesetzt, als ich mich der Kasse näherte. Sie neigte den Kopf leicht zur Seite und trat noch einen Schritt näher an den Tresen.

Dann zog ich meine Quittung aus dem Portemonnaie und teilte ihr mit: "Ich habe gewonnen". "Wieviele Millionen sind es denn?", fragte sie in freudiger Erwartung. "Etwas zu hoch angesetzt, Madame. Aber immerhin habe ich meinen ersten Vierer im Lotto."

Jetzt überlege ich, was ich mit meinem neuen Reichtum anstellen werde. Obwohl die Auswahl bei 30,40 Euro nicht allzu üppig ist.

Montag, Juli 03, 2006

Stifterappler

Stifterappler ist ein Beinamen, den die Schiersteiner (Anmerkung: Ortsteil von Wiesbaden) schon seit langer Zeit tragen.

Die Geschichte dazu geht so:
Zwischen Mainz und Wiesbaden verläuft der Rhein als natürliche Grenze und trennt die beiden Landeshauptstädte. Auf der rheinland-pfälzischen Seite war man seit Menschengedenken sauer auf die "besseren Leut" aus dem hessischen Wiesbaden. So weit - so gut.

Schierstein mit seinem Hafen wiederum galt als ein eher armer Bezirk Wiesbadens. Verglichen mit der Gegend um den Neroberg ("Hausberg" Wiesbadens) oder Aukamm (Kurgebiet und zugehörige Kliniken) zum Beispiel konnte die Hafengegend nicht mithalten. Am Hafen wurde noch für wenig Geld hart gearbeitet, während im Rest der Stadt reichlich Geld als Beamter, Lehrer, Arzt oder sonst gut bezahlten Berufen verdient wurde.

Jedes Jahr zur Kirchweih putzten sich die Wiesbadener heraus und zeigten was sie hatten. Mit stolz geschwellter Brust, gebügelt und gestriegelt flanierten sie auf dem Fest; getreu dem Motto "sehen und gesehen werden". Das nötige Kleingeld für das Fest trugen sie meist in kleinen Ledersäckchen in der Hosentasche mit sich.

Da aber, wie bereits erwähnt, die jungen Burschen vom Hafen kaum Geld hatten, steckten sie sich einfach ein paar Nägel (Stifte) in die Hosentaschen und klimperten damit kräftig beim Gehen. Auf die Mädchen wirkte dies weitaus mehr, als die ausgebeulten Hosen der wirklich Wohlhabenden. Und damit war zumindest der erste Schritt getan und die feinen Pinkel hatten das Nachsehen.

Was lernen wir daraus:
Lieber arm und clever - als reich und einfältig.

Sonntag, Juli 02, 2006

Wir sind dabei

Deutschland hat es vorgemacht. Italien, Portugal und Frankreich haben nachgezogen. Am nächsten Wochenende wird also der Fußball-Weltmeister ausgespielt. Ja sicher.
Bin mal gespannt, ob die Nation in ein großes Loch fällt, wenn der ganze Rummel vorbei ist und der Alltag ohne WM-Fieber zu bewältigen ist. Wir werden es lernen.

Selbst der Pfarrer hat beim heutigen Freiluft-Gottesdienst die aktuelle Lage der Fußballnation in seiner Predigt einfließen lassen. Normalerweise hätte ich davon nichts mitbekommen, weil ich kein Kirchengänger bin (und erst recht kein Anhänger der Lehren Luthers), aber heute wurden die kommenden Konfirmanten der Gemeinde vorgestellt. Und meine Tochter gehört dazu.

Jetzt werden wir uns erstmal auf den Weg zu meiner Frau machen, die - wenn alles so bleibt wie es im Augenblick ist - nächste Woche aus der ReHa entlassen wird. Dann ist die Familie endlich wieder vereint und der erste Schritt zur Normalität getan.

Zwischenzeitlich findet der Aufbau des Schiersteiner Hafenfestes statt, welches nächstes Wochenende beginnen wird. Dann stehen uns wieder vier Tage Ausnahmezustand bevor. Als Anwohner sind wir einiges gewohnt, aber in Kombination mit dem WM-Endspiel wird das sicherlich sehr laut und hektisch werden. Bleibt zu hoffen, dass alles friedlich abläuft, denn Martinshörner stören die Nachtruhe doch erheblich.